Wenn Hass auf Evangelikale Grenzen überschreitet

idea-Leiter Helmut Matthies (Wetzlar)
idea-Leiter Helmut Matthies (Wetzlar)

Von idea-Leiter Helmut Matthies (Wetzlar)

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Großstadt Orlando in Florida hat am 13. Juni ein 29-jähriger muslimischer US-Amerikaner mit afghanischen Wurzeln 49 Besucher eines Homosexuellenclubs erschossen.

 

„Für diese Tat hätte er genauso gut auch ein linker Christ gewesen sein können.“ Wäre ein solcher Vergleich in einer linksorientierten Zeitung denkbar? Natürlich nicht! Möglich

aber war, dass die „Süddeutsche Zeitung“ über das Massaker in einem Schwulenklub schrieb: „Für diese Tat hätte er genauso gut auch ein evangelikaler Christ sein können.“

 

Ähnlich kommentierte der „Tagesspiegel“ aus Berlin. Für die unglaubliche Behauptung wird kein Beleg angegeben, weil es auch keinen gibt: Nie hat bisher ein theologisch konservativer Protestant – also ein Evangelikaler – einen Homosexuellen aus religiösen Gründen getötet. Und wenn er es getan hätte, könnte er sich nicht auf das Grunddokument des christlichen Glaubens – das Neue Testament – berufen, das jede Gewalt gegen Andersdenkende ablehnt.

Die „Süddeutsche“ ist nicht so fair, sich zu korrigieren

 

Trotz dieser bisher so nie vorgekommenen Diffamierung von weltweit über 600 Millionen Evangelikalen hat die Chefredaktion der sich immer weiter nach links orientierenden, ehemals liberalen Zeitung aus München eine Richtigstellung abgelehnt. Sie hat der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Michael Diener, gefordert, der auch der Leitung der EKD angehört, dem Rat. Es ist zu hoffen, dass jetzt der Deutsche Presserat einschreitet.

 

„Der Islam hat natürlich nichts damit zu tun“

 

Merkwürdig an der Berichterstattung fast aller Medien wie sämtlicher kirchlicher Reaktionen ist, dass in Deutschland im Gegensatz zu anderen westlichen Staaten Schwulenhass für die Tat verantwortlich gemacht wird. Dagegen belegte nicht nur die „Frankfurter Allgemeine“, dass ein radikaler Islam das Hauptmotiv des Mörders war, der sich zur Terrororganisation IS bekannte, die freilich Homosexuelle verfolgt.

 

Der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, hat trotzdem auf Facebook mit keinem Wort den Islam auch nur erwähnt. Dabei war es „der größte islamistische Terroranschlag in den USA seit dem 11. September 2001“, so das „Kompetenzzentrum Islamismus“. Es scheint eine deutsche Eigenart zu sein, den Koran wie den Islam als prinzipiell friedlich schönzureden, egal was passiert. Doch nicht nur der Wortlaut des Korans, sondern auch die Realität sehen leider anders aus – und dabei muss man gar nicht auf die Christenverfolgung in fast allen islamischen Ländern hinweisen. Laut der in der letzten Woche veröffentlichten Studie der Universität Münster hat jeder fünfte der repräsentativ befragten Zuwanderer aus der Türkei geantwortet, der Islam könne bei einer Bedrohung durch die westliche Welt auch gewaltsam verteidigt werden. Das wären bei 2,8 Millionen Türkeistämmigen in Deutschland hochgerechnet rund 560.000 gewaltbereite Muslime. 7 % sind sogar generell der Ansicht, dass bei der Durchsetzung des Islams Gewalt gerechtfertigt sei. Was für ein revolutionäres Potenzial! Diesen fast 200.000 steht wohl kein einziger Christ in Deutschland gegenüber, der meinte, bei der Verbreitung seines Glaubens sei auch Gewalt legitim. Anstatt nun unseren türkischen Mitbürgern offensiv das friedvolle Evangelium von Jesus Christus lieb und wert zu machen, verzichten die Volkskirchen auf diese große Möglichkeit!

 

Das einzig Positive ist ein Schulterschluss

 

Eines haben die bösartigen Kommentare in der „Süddeutschen“ und dem „Tagesspiegel“ immerhin bewirkt: einen Schulterschluss gegen diese Verleumdung zwischen den landeskirchlichen Evangelikalen (im Gnadauer Verband) und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen. Beide Seiten protestierten! Und was wäre es jetzt für eine Chance für die EKD, wenn sie sich auch dazu stellte, gehören doch viele Pietisten bzw. Evangelikale zu ihren engagiertesten Mitgliedern.

 

Quelle:

 

ideaSpektrum Nr.25  22. Juni 2016

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