Kritik zu Dan Browns Buch "Inferno"

Von Andreas Richter

 

Dan Brown ist ein begabter Schriftsteller. Er schafft es einen mit seinem Schreibstil so zu fangen, dass man ihm alles abkaufen möchte. Man hängt sozusagen an seinen Lippen. Er hat es geschafft dem Leser das zu geben wonach der sich schon so lange sehnt. Nämlich dem Gefühl „Das hab ich doch schon lange geahnt“. Die Verschwörung. Die Katholische Kirche. Das Christentum.

 

Dan Brown nimmt diese Themen und bastelt einen Thriller daraus. Und ich muss schon zugeben, er macht das richtig gut. So gut, dass man nicht merkt wie man in eine bestimmte Richtung geschoben wird. Was meine ich damit?

 

In den ersten Romanen „Illuminati“ und „Sakrileg“ zerstört oder säet wenigsten Zweifel an der Katholischen Kirche. Der Kirche werden Vertuschungen unterstellt. Und das lieben wir als Leser. Dieser Kirche trauen wir nämlich schon lange nicht mehr. Aber es geht weiter. Dan Brown zerstört auch die Glaubwürdigkeit an das Christentum. Im „Sakrileg“ wird uns ein Christentum präsentiert, davon haben die wenigsten was gehört. Und der Leser ist begeistert. Man traut ja auch allgemein dem Christentum nicht mehr. Somit treffen die Thesen einen fruchtbaren Boden. Sobald man mit dem Buch durch ist, ist man auch mit den Christen durch. Denn das Christentum basiert nach Dan Brown auf vielen Lügen. Und er schafft es raffiniert Wahrheiten mit Lügen zu vermischen. So ist der Leser danach reif für eine neue Botschaft.

 

Dann kam das lang ersehnte Buch „Das verlorene Symbol“. Plötzlich spielt das Christentum keine große Rolle mehr. Denn hier werden uns die Freimaurer vorgestellt. Und zwar in einem so positivem Licht, da kommen die Christen und die Taliban gleich schlecht weg. In der Erwartung auf ein tolles Buch haben die Fans natürlich auch dieses gelesen. Am ende enttäuscht aber trotzdem sich die Gedanken von Dan Brown verinnerlicht zu haben.

 

Das Christentum zerlegt. Die Freimaurer vorgestellt. Was wäre der nächste logische Schritt? Natürlich, man stellt das Denken der Freimaurer der Öffentlichkeit vor. Und wie gesagt, Dan Brown ist ein sehr begabter Schriftsteller. In seinem letztem Buch „Inferno“ zeichnet er uns eine zukünftige Welt vor Augen die der Hölle gleichkommt. Keine Sorge er spricht nicht den Klimawandel an. Das Thema ist die Überbevölkerung.

 

Überbevölkerung war früher so Dan Brown in „Inferno“ kein Problem. Die Natur hatte sich selber reguliert. Katastrophen. Kriege. Krankheiten… Vor allem die Pest, die tausende von Menschen in kürzester Zeit verschlang. Nun ist die medizinische Versorgung aber soweit vorgeschritten, dass wir einfach zu viele Menschen auf diesem Planeten haben. Und das Thema ist aktuell. Das ist keine Zukunftsmusik. Dieses Problem beschäftigt tatsächlich einige Staaten dieser Welt. Aber keine Sorge, es gibt eine Lösung. Dan Brown sein Vorschlag ist die Geburtenkontrolle. Und diese Lösung wird in diesem Buch vorgestellt.

 

Ich will Dan Brown nichts unterstellen. Aber er hört sich für mich wie ein Freimaurer an. Die schwafeln nämlich auch ständig von einer Überbevölkerung. Sie würden so gerne die Menschheit um einige Milliarden reduzieren. Und auch da hört man von verschiedenen Experimenten.

 

Dan Brown macht es natürlich in seinem Buch sehr geschickt. Er zeichnet zuerst ein sehr dunkles Bild der jetzigen Situation. Und dann führt er den Leser auf die Lösung zu. Und diese Lösung scheint sogar noch human zu sein. Es wird erstmal keiner sterben. Es werden in Zukunft einfach weniger Menschen geboren werden. Ein Virus wird dafür sorgen. Der Virus macht einfach jeden dritten Menschen unfruchtbar. Und in dem Buch wird dieser modifizierte Virus tatsächlich auf die Menschheit losgelassen. Dann hört das Buch auf.

 

Für Menschen die Kinder haben, können darüber nur schmunzeln. Für Menschen die keine bekommen können ist das eine bittere Tatsache. Verschwörung hin oder her, es gibt einfach immer mehr unfruchtbare Menschen, auch vor allem Männer.

 

Jedenfalls hat Dan Brown mich wieder zum Nachdenken gebracht. Wie einfach wir uns doch Manipulieren lassen können. Vermische ein Teil Wahrheit mit einem großen Teil Lüge und es wird den wenigsten auffallen.

 

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