„Die Hütte“ - Autor begeisterte Zuhörer eines deutschen Esoterik-Festivals

Obwohl tausende Exemplare seines Weltbestsellers „Die Hütte – Gespräche mit Gott“ in den Regalen vieler deutschen Christen stehen, besuchte William Paul Young bei seinem ersten Deutschland-Aufenthalt keine christliche Veranstaltung, sondern ein New Age-Festival in Hamburg. Inmitten von „Engel-Experten“, Geistheilern, Wahrsagern und Schamanen hielt der kanadische Protestant und Sohn eines evangelikalen Missionars im CongressCenter in Hamburg einen Vortrag über sein Buch. Veranstaltet hatte dieses Festival mit dem Titel „Heilung für Körper, Geist und Seele“ der deutsche Esoterik-Verlag Allegria, der Youngs Buch 2008 in Deutsch herausbrachte. Mittlerweile ist „Die Hütte“ in 40 Sprachen übersetzt worden, und weltweit wurden bisher 15 Millionen Exemplare verkauft, davon knapp über 500.000 Stück in Deutschland.

 

Der Hamburger TOPIC-Korrespondent besuchte den Vortrag von Young, um nur eine Frage beantwortet zu bekommen: Wie christlich ist Young überhaupt? Gerade in einem höchst heidnischem Umfeld, wie es auf dem Esoterik-Festival zu finden war, hätte sich ein überzeugter Christ mit seinem Glauben klar absetzen können – und müssen. Doch das war bei Young nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: Über 2.000 Zuhörer jubelten dem „Die Hütte“-Autor zu. Die hauptsächlich esoterisch orientierte Zuhörerschaft beklatschte Aussagen wie diese von Young: „Die religiösen Menschen haben aus dem lieben Gott einen hässlichen Gott gemacht, einen, der nie erreichbar ist, einen, der kalt ist. Buddhisten haben 7 Regeln, Muslime 8 Regeln und ein Evangelikaler hat eine Million Regeln.“ Young zu seinem Hamburger Publikum: „Wir sind alle in Christus gestorben, ob wir wollen oder nicht, ob wir es wissen oder nicht. Papi liebt euch alle!“

 

In seinem 90-Minuten-Vortrag erklärte Young seinen Zuhörern auch, wie Gott einen Menschen heil machen will: Die Hütte ist ein Bild für die menschliche Seele, in die Gott eindringen wolle, um dort aufzuräumen. Der Heilige Geist würde dabei helfen, nicht wie Jesus zu werden, sondern „wir selbst zu werden“. Angesichts dieses „Heilsweges“ ist der Werbetext des Allegria-Verlages zum Buch „Die Hütte“ keineswegs unredlich: „William Paul Young ist ein Mann mit Herzenswärme und Humor, der seinen Leser einen neuen Weg zu ihrem spirituellen Selbst aufzeigt.“ Dass zu diesen „neuen Weg“ der spirituellen Selbsterlösung nur ein Gott passen kann, der versucht, es allen irgendwie recht zu machen, verdeutlicht Young in Hamburg an einer Geschichte, die folgende zentrale Botschaft hatte: „Es ist egal, ob du Buddhist, Anglikaner oder Katholik bist. In Jesus sind alle gleich, und er starb für alle, und er ist auferstanden, und damit sind alle auferstanden.“ Dieses unbiblische Gottesbild gefiel wohl den versammelten Esoterikern, denn sie bedachten diese Aussage mit frenetischem Applaus.

 

Der Vortrag des Christen Young vor einem esoterischen Publikum ist wohl treffender durch das zu charakterisieren, was der Autor von „Die Hütte“ in Hamburg nicht sagte: kein Wort davon, dass der Mensch vor Gott sündig ist. Kein Ton darüber, dass nur Jesus Christus „der Weg, die Wahrheit und das Leben ist“, und dass man nur durch Buße und Umkehr zu ihm findet. Stattdessen die Botschaft: Es gibt einen Gott, der alle Menschen liebt und akzeptiert, so wie sie sind! Von daher war es auch nicht befremdlich, dass sich William Paul Young am Schluss des esoterischen Festivals auf der Bühne neben Schamanen, Wahrsagern, Geistheilern, „Engel“-Beschwörern und einer esoterischen Muslimin einreihte und mit dem Publikum zusammen den Louis Amstrong-Song sang: „What a wonderful world“ – Was für eine wunderbare Welt.

 

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