John MacArthur über Rob Bell


Rob Bell: Ein Bruder oder ein Wolf, den man meiden sollte?

John MacArthur meldete sich kürzlich zu Wort, was Rob Bells neues Buch Love Wins (dt. Ausgabe: Das letzte Wort hat die Liebe) angeht. In einem Interview mit Tim Challies Anfang des Jahres erklärte John MacArthur, dass er sich nur dann zu Wort meldet und offen Namen nennt, wenn er zu der Überzeugung gekommen ist, dass Schaden für die Gemeinde entsteht. Weil die Aussagen von John MacArthur in dieser Hinsicht so aktuell sind und es gut ist, sie in Erinnerung zu rufen, werden sie an dieser Stelle noch einmal angeführt:

„Ein Teil der Aufgabe eines Ältesten ist es, nicht nur die Wahrheit zu lehren und zu verkünden, sondern auch die Herde vor Irrtum zu warnen. Wir sehen Christus und die Apostel diesbezüglich als Vorbilder im Neuen Testament. Wenn das Evangelium bedroht ist und selbst wenn ein wichtiger Aspekt des pastoralen Dienstes oder des Gemeindelebens Angriffen ausgesetzt ist, ist es wichtig, die Menschen vor Falschheit und potentiellen Gefahren zu warnen…

Ich strebe nicht an, ein Vollzeitkritiker für alle Themen zu sein. Bekanntermaßen habe ich nur wenige Male Personen aus dem „eigenen Lager,“ wie Sie es nennen, kritisiert; meine Besorgnis war von einem tiefen Anliegen für die Personen charakterisiert, für die ich geistliche Verantwortung hatte. Ich fühle eine starke Bürde für sie, weil ich weiß, dass ich eines Tages vor dem HERRN Rechenschaft über sie ablegen muss; und ich bin bereit, in der breiteren evangelikalen Gemeinschaft unpopulär zu sein, wenn dies der Preis dafür ist, dass ich sage, was die Schrift sagt.

Noch ein letzter Gedanke, den ich äußern möchte: Ich glaube, dass es angemessen ist, sich öffentlich zu dem zu äußern, was öffentlich gelehrt wurde. Wenn jemand ein Buch veröffentlicht oder einen Artikel auf einem Blog oder wenn jemand eine Predigt hält (die Online verfügbar ist), darf dies öffentlich kritisiert werden. Ich bin überzeugt, dass dies auch für meinen Lehrdienst gilt. Alles, was ich gepredigt oder veröffentlicht habe, darf folglich öffentlich kritisiert werden. Und ich betrachte meine Kritiker nicht unbedingt als lieblos, nur weil ich mit ihnen nicht übereinstimme. In der Tat, ich heiße ihr Feedback willkommen, weil es ein Teil des Prozesses ist, bei dem man Klarheit gewinnt.“ (zum gesamten Interview: hier)

In dieser durchweg schriftgemäßen Gesinnung äußerte sich John MacArthur nun zu Rob Bell, der sich selbst als Evangelikaler bezeichnet, und geht auf die Frage ein, ob Bell ein wahrer Christ ist oder ein gefährlicher Verführer. MacArthur schreibt:

„Unser Herr erwartet von seinen wahren Jüngern, dass sie in der Lage sind, geistige Blender und Wölfe im Schafspelz zu erkennen – insbesondere jene, die todbringende, falsche Lehren verbreiten.

Rob Bell gehört sicherlich in diese Kategorie. Unaufhörlich sät er Zweifel an der Autorität und Zuverlässigkeit der Schrift. Er leugnet die Klarheit der Bibel, meidet harte biblische Wahrheiten und zieht einige der wichtigsten Merkmale des Evangeliums ins Lächerliche…

Der historische Evangelikalismus hat stets die Autorität, Irrtumslosigkeit und Allgenugsamkeit der Schrift vertreten und (wie Jesus und die Apostel) für die gefallene Menschheit das erlösende Werk Christi als einzigen Heilsweg und verkündet…

Rob Bell glaubt an keinen dieser Punkte. Sein Skeptizismus über so viele grundlegende biblische Wahrheiten, sein Vorliebe, in seinen Zuhörern Zweifel zu säen, und seine offenkundige Abneigung für die Prinzipien göttlicher Gerechtigkeit, wie die Schrift sie lehrt, machen deutlich, dass er zu dieser Art von falschen Lehrern gehört, vor der uns die Schrift warnt.“ (hier)

Dies sind klare Aussagen, die in ihrer Deutlichkeit keinen Raum für Spekulationen lassen. Rob Bell ist aus Sicht John MacArthurs ein Irrlehrer. MacArthur charakterisiert Bell weiter als einen „Synkretisten,“ der östlichen Mystizismus und Humanismus unter dem Schein eines „progressiven“ Evangelikalismus mit der Lehre der Schrift vermischt. Seine Vorstellungen sind voll von den Auffassungen der liberalen Theologie, eine „menschen-zentrierte Religion, der es völlig an Klarheit und biblischer Autorität“ mangelt.

John MacArthur hat auf seiner Webseite eine Reihe von Artikel veröffentlicht, die sich mit den Irrtümern von Rob Bell auseinandersetzen. Er rät allen, die unter den Einfluss von Bells Gedankengut gekommen sind, sich so schnell und deutlich wie möglich von Bell zu distanzieren.


John F. MacArthur

 

John MacArthur (Jahrgang 1939) ist Pastor (Hirte und Lehrer) der »Grace Community Church« in Sun Valley, Kalifornien, sowie Autor, Referent auf Konferenzen, Rektor des »Master's College and Seminary«, Prediger und Autor für den Vortragskassetten-Dienst und Radiosender »Grace to You«. 1969 kam MacArthur, nachdem er mit Auszeichnung die Abschlussprüfung am Talbot Theological Seminary bestanden hatte, zur Grace Community Church. In seinem Verkündigungsdienst legt er die Betonung auf das sorgfältige Studium und eine versweise Auslegung der Bibel, wobei er dem historischen und grammatischen Hintergrund einer jeden Bibelstelle besondere Aufmerksamkeit widmet. 1985 wurde MacArthur Rektor des The Master's College (ehemaliges Los Angeles Baptist College), einer staatlich anerkannten vierjährigen christlichen Hochschule für Geisteswissenschaften in Santa Clarita, Kalifornien. 1986 gründete er das Master's Seminary - eine staatlich anerkannte Schule, die dazu bestimmt ist, Männer für den vollzeitlichen pastoralen Dienst und den Missionsdienst auszubilden. MacArthur ist außerdem Direktor von und Prediger für »Grace to You«. Dieser Dienst wurde 1969 gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation, die dafür verantwortlich ist, seine Bücher, Kassetten und die Radiosendungen »Grace to You«, »Portraits of Grace« und »Grace to You Weekend« zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben. Seit er 1988 sein erstes und meistverkauftes Buch »The Gospel According to Jesus« fertig gestellt hat, hat er mehr als sechs Dutzend Bücher geschrieben und durch »Grace to You« und den Buchhandel Millionen von Exemplaren weltweit vertrieben. Dutzende seiner Bücher wurden ins Chinesische, Französische, Deutsche, Italienische, Japanische, Koreanische, Marathi, Polnische, Rumänische, Russische, Spanische, Finnische und in einige andere bedeutende Sprachen übersetzt. Der Autor lebt mit seiner Frau Patricia in Südkalifornien, sie haben vier erwachsene Kinder: Matt, Marcy, Mark und Melinda. Außerdem genießen sie die lebhafte Gesellschaft ihrer zehn Enkelkinder.


Rob Bell,

 

Jahrgang 1971, spielte in alternativen Band, als alternative Musik noch alternativ war. Man sah in ihm das Aushängeschild für die nächste Generation der Christenheit. Mit 28 gründet er eine Gemeinde, die innerhalb von vier Jahren auf mehr als 10 000 Mitglieder anwächst. Mit 32 will er alles hinschmeißen und dort beginnt seine Reise mit Jesus neu.


Im Januar 2007 wurde er von thechurchreport.com zu einem der einflussreichsten Christen Amerikas gewählt. Als Sprecher auf den NOOMA-DVDs hat er ein innovatives Format geprägt, das christliche Inhalte zeitgemäß vermittelt.

Rob Bell lebt mit seiner Frau und ihren zwei Söhnen in Grand Rapids, Michigan.

Seine Bücher: