Erleben, was Gnade heißt

 

Das Evangelium der Gnade sorgt dafür, dass uns Fernsehevangelisten, charismatische Superstars und Gemeindehelden vor Ort nicht mehr Honig um den Bart schmieren und wir sie bewundern müssen. Es macht Schluss mit der Zweiklassen-Gesellschaft, die es in vielen Gemeinden gibt. Denn Gnade verkündet die Ehrfurcht gebietende Wahrheit, dass alles Geschenk ist.

 

Alles, was gut ist, gehört uns, aber nicht, weil es zusteht oder wir ein Anrecht darauf hätten, sondern aufgrund der reinen Großzügigkeit eines gnädigen Gottes.

 

Es mag vieles geben, was wir uns verdient haben – unseren Ausbildungsabschluss und unser Gehalt, unser Zuhause und unseren Garten – aber all das ist nur möglich, weil uns so viel geschenkt worden ist: das Leben selbst, Augen zum Sehen und Hände zum Zupacken, ein Verstand, um Gedanken hervorzubringen, und ein Herz, das lieben kann.

 

Die Gnade und der Glaube sind uns geschenkt. Wir haben die Kraft zu glauben, wo andere leugnen müssen, zu hoffen, wo andere verzweifeln, zu lieben, wo andere verletzen.

 

Das ist reines Geschenk; es ist nicht der Lohn für unsere Treue, unsere großzügige Einstellung oder unser heldenhaftes Gebetsleben. Sogar unsere Treu ist Geschenk.

 

„Und wenn wir uns nur an Gott wenden“, so sagt Augustinus, „dann ist selbst das Geschenk Gottes.“ Im tiefsten weiß ich, dass ich von Jesus Christus geliebt bin und dass ich nichts getan habe, um es zu verdienen.

 

(Abschnitt aus dem Buch „Größer als dein Herz“ von Brennan Manning)