Satt

Wir sind satt. Satt geworden. Gesättigt und doch unzufrieden. Satt. Satt von der alten Umgebung. Satt von den bekannten Menschen. Satt von den bekannten alten Botschaften. Satt von der alten Traditionen.

 

Etwas muss sich ändern, so glauben wir. Aber was? Was genau? Und wie?

 

Vielleicht muss sich erstmal etwas anderes ändern. Oder jemand. Ich. Du. Wir.

 

Haben wir irgendwo eine Abzweigung verpasst und sind falsch abgebogen. Denn irgendwie müssen wir doch in diese Sackgasse gelandet sein.

 

So viele vielleichts. Und so viele Fragen. Aber das Herz braucht Antworten. Man braucht einen neuen Blick. Neue Hoffnung. Neue Leidenschaft. Eine Vision für das Leben. Das eigene Leben, dass ins stocken geraten ist.

 

Haben wir Gott verloren? Ihn aus dem Blickwinkel verschwinden lassen? Ist deshalb das Herz so leer?! Und die wichtigste Frage: Wie wird alles wieder gut?

 

Wo gibt es eine Lösung? Lösung für die Zerrissenheit. Lösung für das Durcheinander im Herzen. Lösung für die verletzte Seele. Das Chaos, wer bringt das wieder in Ordnung?

 

Sind wir jetzt die Generation die zu viel Zeit hat und sich mit solchen Fragen beschäftigt? Geht es uns einfach zu gut? So gut, das wir vor lauter Langeweile ins grübeln kommen? Weil wir einfach zu verwöhnt sind? Zuviel haben? Zuviel sehen? Zuviel hören? Zuviel lesen?

 

Aber es muss doch eine Lösung und einen Ausweg geben. Denn mit einer inneren Zerrissenheit kann man auf Dauer nicht wirklich leben. Es ermüdet und erschöpft einen. Es saugt einem die Energie buchstäblich aus. Der Weg in eine Identitätskrise ist vorprogrammiert. Und dann wird es richtig schlimm.

 

Muss Gott einen so tief fallen lassen? Muss es erst richtig dunkel werden? Gibt es keinen einfacheren Weg?

 

Steht mir mein Stolz noch im Weg? Wenn ich so darüber nachdenke und ehrlich bin, ja. Ja, der Stolz ist ein riesen Problem. Mein Problem. Er zieht unbemerkt die Fäden. Bleibt gut verborgen. Er will nicht auffliegen und enttarnt werden. Und er macht seine Sache wirklich gut. Die meiste Zeit sehe ich ihn nicht. Aber es gibt Augenblicke wo sein hässliches Gesicht sichtbar wird. Wo der Stolz in mir zum Vorschein kommt. Aus der Tiefe meines Herzens. Hässlich. Grausam. Erschreckend.

 

Und ich habe geglaubt ein gutes Herz zu haben. Ich täusche mich nur selber. Ich täusche auch andere. Denn wie viele glauben nur gutes über mich. Getäuscht. Und die Angst zu enttäuschen und aufzufliegen ist riesig. Somit beginnt das Versteckspiel. Und siehe da, es funktioniert. Meine Umgebung fällt darauf ein. Und so spielen wir bis zur Erschöpfung.

 

Gott kennt dieses Spiel. Es begann im Garten. Mit Adam und Eva. Ist schon lange her und doch so aktuell. Bis heute versuchen wir uns zu verstecken. Wir sind unehrlich zu uns. Zu anderen. Zu Gott.

 

Gibt es eine Lösung? Ja. Eine einfache? Nein. Denn schonungslose Selbstdiagnose wird viele hässlichen Masken hervorbringen. Das was der TÜV bei den Autos macht muss Gott an meinem Herzen machen. Unerbittliches Aufdecken. Schwachstellen entdecken und beseitigen. Und beides ist nicht wirklich schön. Muss aber sein. Dringend. Kein aufschieben mehr. Kein Warten. Sich nicht mehr verstecken. Sich heilen lassen. Die Wunden verbinden. Gesund werden. Seelisch und Geistlich. Gott ist bereit. Und ich?